Spendenfahrt
15. - 19. Juni 2022

18.06.2022

15:49 Uhr 

Logbuch “Roter Blitz”, Tag 4, 18.06.2022:

Das war grenzwertig heute. Über zwei Stunden hat uns der Übertritt von Rumänien nach Ungarn  gekostet. Auch weil es recht busy zuging, vor allen aber, weil die Grenzer so gar keine Lust hatten oder haben durften. Am Ende der Prozedur wurde das sichtbar: der rumänische Beamte greift die Papiere, prüft sie in seinem Kabuff, kommt zurück, “Wagen hinten öffnen”, er guckt, dass wir keine Flüchtlinge schmuggeln oder eine Hanfplantage versteckt haben. Haben wir nicht, er nickt gönnerhaft, der Wagen rollt zwei Meter vor, bis der ungarische Kollege ein verbeultes Stoppschild auf einem Dreifuß vor dieKarre setzt. „Papiere!“ Kabuff. Rückkehr. „Laderaum öffnen.“ Klar, was auf zwei Metern so alles geschehen kann. Mein Blut kocht, nicht nur, weil die Sommersonne uns in der kleinen Fahrerkabine gegrillt hat. Gut durch. 

Am Abend dann der positive Ausgleich unserer Tages-Balance. Wir treffen Gabriele, In Frankreich lebende Schweizerin, die gerade einige Wochen in der Ukraine unterwegs war und Möglichkeiten der Hilfe studiert hat. Wir trinken ein Bier und verabreden Austausch und Zusammenarbeit per Internet. 

So, jetzt aber wacker nach Hause. Sind ja nur noch 1300 km.

17.06.2022

06:40 Uhr 

Erhad und Fesal beim Morgenkaffee vor ihren Lastwagen. 

20:42 Uhr 

Logbuch „Roter Blitz“, Tag 3: Tag des Einkaufs. 

Wir haben früh die mitgebrachten Spendenpakete ins Lager gebracht und ausgeladen, dann in Siret bei Lidl und in Radauti im Kaufland zugeschlagen. Insgesamt 15 Einkaufswagen, etwa 4500 Spendeneuro in Hilfe verwandelt: Vor allem Lebensmittel wie Reis, Nudeln und Haferflocken, dazu  Konserven/Türme mit Mais, Kichererbsen,  was auch immer. Dazu viele DrogerieArtikel, Binden, ein Berg von Windeln für Groß- und auch für wieder Kleinwerdende, Seifen, Kinderzahncreme und auch Sonnenschutz für Die Kurzen. 

Die allermeisten Produkte standen auf dem „Können-wir-gut-gebrauchen”-Zettel von Elena. Wir sind zufrieden. Wir fahren morgen gut gestimmt zurück.

16.06.2022

10:30 Uhr 

Logbuch „Roter Flitzer“, Tag 2:

Tanken in Ungarn. Tanken mit dem Orban-Zoll. Das geht so: Du rollst auf die Tankstelle zu und eine Kamera erfasst dein Nummernschild. Hurra, ein Ausländer, denkt sich’s die Maschine. Ihr schlechtes Gewissen meldet sich: „Aber das ist doch ein EU-Bürger, unsere europäischen Brüder und Schwestern.“ „Scheißegal“, antwortet das Orbanauge und stellt den Literpreis mal kurz um: Von 470 auf 830 Forint. Also von etwas mehr als 1,30 EURO auf 2,10 EURO. Na ja, dann auf Wiedersehen. Tanken wir eben in Rumänien.

Dauert was an der Grenze zu Rumänien. Eine Stunde wohl. Wie früher in Elten.

15.06.2022

05:00 Uhr 

Logbuch „Transit“, 15.6.2022: 

Wir sind wieder unterwegs. Start um 5 Uhr, ein riesiger Mond strahlt in den Morgen, wir haben 750 Kg Lebensmittel und Hygiene- Artikel geladen. 

Mein Beifahrer ist Novice. Harald Hammerschmidt aus Essen, wir sind vor 2000 Jahren zusammen zur Schule gegangen und seither befreundet. 

Erlebnis des Tages bei Nürnberg. Kleiner Stau, wir in der Mittelspur, rechts die Schlange der Laster aus dem Osten. Braungebrannte Ellbogen im Fenster. Und plötzlich eine Hand mit Geldschein. Wir fahren so 30, will der Mann auf der Autobahn Geld wechseln? Wir setzen uns daneben. Er ruft „Cheffe“, ich „Watt gibbet?“ Er wedelt mit dem 50er. Dann ruft er „Ukrania“. Er zeigt auf unser Donation-Schild hinter der Frontscheibe. Harald steuert näher ran. Drei Versuche, dann erwische ich den Schein mit langen Fingern. Danke, herzlichsten Dank. Er lacht. Ich lächele. 

So kann es weitergehen.

14.06.2022
der Rote Blitz bei voller Ladung

...morgen flitzt er wieder los.

Hier kommen einige eurer Spenden in einer Behinderteneinrichtung in der Ukraine an. 

Spendenfahrt 20.04. - 24.04.2022

Wir sind wieder unterwegs, an die Grenze der Ukraine, um dort neue Sach-Spenden abzugeben und vor Ort von Geld-Spenden einzukaufen. Hier informieren wir über unser Tour: 

24.04.2022

19.55 Uhr 

Ankunft im Ruhrgebiet. Kaputt. Zufrieden

07.15 Uhr 

Abfahrt in Tatabanya. 

Trotz Ferienende in NRW hält sich der Verkehr auf der ganzen Strecke in Grenzen. 

23.04.2022

08.30 Uhr 

Abfahrt in Suceava. 

Das Wetter wird mies. Auf dem Pass hinter Carlibaba liegt noch reichlich Schnee, aber nicht mehr auf der Fahrbahn. Wir rollen. An der Grenze dauert es etwas, aber um 19 Uhr sind wir im Hotel Arpad in Tatabanya.

22.04.2022

17.30 Uhr 

Ankunft im Hotel. Alles erledigt. Morgen geht es nach Hause.

16.30 Uhr

Schnell noch eine letzte Fahrt ins Lager, ausladen, um 17 Uhr machen die dort heute dicht. Karfreitag in der orthodoxen Kirche.

08.00 Uhr

Abfahrt von Suceava nach Siret, im Länderdreieck Rumänien, Moldau und Ukraine. 

Im Lager laden wir unsere Kartons (über 1,5 Tonnen) gleich in einen anderen Laster. Um, der sofort ablegt Richtung Grenze. Am Abend schon sollen die Hilfspakete bei den Leuten sein.

 Wir Vier gehen jetzt shoppen. Immer wieder und wirklich im großen Stil, im Supermarkt von Siret. Wir kaufen vor allem Reis, Nudeln, Milch,Fleisch- und Fischkoserven, aber auch Nüsse, Müsli, Süßes für die Kinder. Außerdem Windeln, Binden, Unterwäsche, Erste-Hilfe-Kästen, jede Menge Babynahrung und auch einen Sack Hundefutter. 16 Einkaufswagen der größeren Art haben wir bis hoch über den Rand gefüllt. Drei Mal sind wir gefahren mit den Autos, etwa 7000 Euro Spendengelder haben wir für „Überlebensmittel“ ausgegeben.

21.04.2022

20.00 Uhr 

Ankunft im Hotel, knapp 2000 km sind wir an den beiden Tagen gefahren. 
 

15.00 Uhr 

Der Frühling hat das Land im Griff. Überall blüht es, die Dörfer sind im Gegensatz zu unserer Fahrt im März voller Leben. Fast könnte man den Krieg im Nachbarland vergessen. Ein ganzes Stück im Norden fahren wir aber auch am Grenzfluss vorbei, immer mehr Autos haben das Kennzeichen UA. Menschen auf der Flucht, häufiger Ukrainer, die für die Versorgung der Landsleute  auf Achse sind. 
 

12.00 Uhr 

Grenzübertritt. Halbe Stunde Warten. Dann wieder Vignette kaufen. Ab jetzt Landstraße. Los geht’s.
 

11.00 Uhr

Kurz vor der Grenze. Tanken. Etwas kompliziert. Wir dürfen nur 50 Liter tanken, weil einer nur 1.35 Euro kostet. Orbans Wahl-Versprechen. Wir müssen also zwei Tankstellen nacheinander anfahren.

08.00 Uhr

Abfahrt. Vor dem Motel warten gleich mehrere Messerverkäufer, warum auch immer. Wir kaufen kein Messerset für 20 Euro. Gruppenfoto. 
 

 20.04.2022 

20.45 Uhr 

Wir kennen den angeschmuddelten aber noch ganz günstigen Rasthof von der letzten Tour. Es gibt Gulasch. Die Zimmer sind recht ruhig. Gute Nacht. 

19.00 Uhr 

Wir fahrn, fahrn, fahrn auf der Autobahn. Überwiegend schweigend an Budapest vorbei. 

18.00 Uhr 

Grenze zu Ungarn. Neue Vignette.

15.30 Uhr 

Fahrerwechsel. Zeit zum Tanken. 

Wir haben beim ADAC gegoogelt. Diesel ist in Österreich günstiger. Wohlan. Erste Autobahntankstelle. 2.09 Euro der Liter. Wie bitte.? Wir fahren runter. Aha. 1.99 Euro. Immerhin. Wir wollen gerade an die Säule, da schießt ein PKW vorbei, drangt uns fast ab. Fenster runter. Der Fahrer lacht: “Ich hab euer Schild im Rückfenster gesehen. Ihr fahrt Hilfsgüter, da könnt ihr jeden Euro gebrauchen. Ich weiß eine bessere Tankstelle.” Er fährt vor. Schon um fünf Ecken geht’s. Wir werden misstrauisch. Was soll das? Dann die letzte Ecke. Diesel 1,78 Euro. Das rechnet sich. Guter Mann. Danke.

14.30 Uhr 

Grenze nach Österreich. Alles gut.

12:00 Uhr 

Kurz vor Regensburg: Wir überholen einen Konvoi mit fünf Panzern auf zivilen Transportern. Wer ist das ? Wo fahren die hin? 

11:00 Uhr

Et läuft. Nürnberg. Wir lesen im Netz, dass humanitäre Organisationen in Österreich von der Maut befreit sind. Yippieh. Wir lesen dann weiter, dass man das Tage vorher beantragen muss. Toll. Verdammt. Nächstes Mal.

10:00 Uhr 

Fahrerwechsel. Alle vier Stunden haben wir als losen Plan. Mal sehen.
 

06:00 Uhr 

Treffen am Rasthof Ohlingser Heide an der A3 bei Solingen. Sven und Manfred fahren den weißen, Pia und Matthias den roten Transit. 

05.00 Uhr

Start der Fahrt an die ukrainische Grenze. 
 

die zweite Fahrt in Bildern...

Erste Spendenfahrt  08.03. - 13.03.2022

Die erste Fahrt in Bildern: 

Kistenpacken, Hinfahrt, Übergabe der Kisten, Einkauf, Beusch der Grenze, die Spenden am Ziel

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